Zur Geschichte der Rittergüter Gärtitz und Pommlitz
Wappen v. Polenz / PolentzDas Gärtitzer Rittergut war seit Mitte des 16. Jahrhunderts untrennbar mit dem Rittergut Pommlitz verbunden. Der Gutsbezirk umfaßte außerdem die Dörfer Großbauchlitz, Zschepplitz und Niederranschütz.
Pommlitz gehörte wahrscheinlich schon im 13. Jahrhundert der margräflichen Vasallenfamilie von Trogis (Dragis, Draguß), von denen mehrere Burgmannen in Döbeln waren. Wolf von Trogis starb 1569 an der Pest. Das Gut kam an die Marschälle und wurde dann an den Kurfüsten August verkauft, der es bald denen von Polentz auf Gärtitz überließ.
Gärtitz war ein amtssässiges Rittergut und dem Amt Döbeln, später dem Amt Leisnig zugeordnet.
Bereits im 13. Jahrhundert fand Gärtitz (heute Ortsteil von Döbeln) als Rittersitz Erwähnung in einer Urkunde. Verschiedene Schreibweisen des Ortsnamens traten im Lauf der Jahrhunderte auf (1292 Jertitz, 1309 Jertyz, 1331 Gerthiz, 1412 Gärticz).
Im 14. Jahrhundert gehörte das Rittergut der Familie Marschall von Mockritz "Mokeruz", bevor es Mitte des 15. Jhdt. in den Besitz der Familie von Polentz überging.
Die Adelsfamilie von Polenz/ Polentz zählt zum Meißnischen Uradel und gliedert sich in die Linien I. Linz-Tschernowitz-Frauendorf und II. Ostpreußen. Das "Haus Gärtitz" gehörte dabei zur I. Linie.
Familienverbindungen der Gärtitzer Adelsfamilie von Polentz gab es mit den Familien v. Gersdorff, v. Lüttichau, v. Starschedel, v. Döhlau, v. Pflug usw.
Fritzsche von Polentz wurde als erster dieser sächsischen Uradelsfamilie auf Gärtitz erwähnt und als Amtmann von 1478 bis 1490 genannt. Zeitweilig besaß er auch das Vorwerk Kleinbauchlitz, das noch mehrmals in den Besitz der Familie von Polentz gelangte.
Die männlichen Vertreter der Gärtitzer Linie dienten in der Regel im Militär am sächsischen, preußischen Hof und standen auch in französischen Diensten.
So war Heinrich von Polentz um 1657 chursächsischer Obrist der Infanterie und 1684 kaiserlicher Generalquartiermeisterlieutnant. Hugo Dietrich von Polentz war um 1850 königlich sächsischer Oberstleutnant.
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wohnte die Familie von Polentz nicht mehr auf Gärtitz und verpachtete das Gut langfristig.
Neben der umfangreichen Landwirtschaft hatte das Gut große wirtschaftliche Bedeutung als Saatzuchtbetrieb und als Fabrik für Presshefe.
Das neuere Herrenhaus des Rittergutes Gärtitz wurde wahrscheinlich zwischen 1875 und 1897 durch Erich Ernst Dietrich von Polentz erbaut, der aber mit seiner Familie bereits in Berlin wohnte. Der Standort des alten Herrenhauses konnte bisher nicht ermittelt werden.
Das Rittergut blieb von 1469 bis 1931 ununterbrochen im Besitz der Familie von Polentz. Letzter Besitzer war Joachim von Polentz.
Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und Rechtsstreitigkeiten mit dem Pächter wurde das Rittergut 1931 zwangsversteigert, danach umgebaut und in 10 Bauernstellen aufgesiedelt.
Joachim von Polentz wohnte noch 1939 im Herrenhaus. Seitdem verliert sich seine Spur.
Das Gärtitzer Herrenhaus mußte aufgrund des ruinösen Zustandes 2009 abgerissen werde.
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